BALK
Presseinfo:
Pflegekräfte und Ärzte wollen Papier zur künftigen Aufgabenverteilung im Gesundheitswesen erarbeiten /
Gespräch zwischen BALK und Bundesärztekammer BERLIN (4. Februar 2008)
- Vertreter des DPR und der Bundesärztekammer wollen ein gemeinsames Kooperationspapier zur künftigen Aufgabenverteilung zwischen Ärzten und Pflegekräften erarbeiten. Das Papier soll im Rahmen einer Klausurtagung erstellt werden, teilte der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Pflegepersonen (BALK) e.V., Peter Bechtel, im Anschluss an ein Spitzengespräch mit Vertretern der Bundesärztekammer in Berlin mit. Für die Bundesärztekammer nahmen deren Vizepräsident, Dr. Frank Ulrich Montgomery, sowie die Vizepräsidentin der BÄK, Frau Dr. Goesmann, und Rosemarie Bristrup (Dezernat III) teil. Der Verband BALK wurde vertreten durch den Vorsitzenden Peter Bechtel und die Beisitzerin im BALK-Vorstand, Marie Luise Müller, die auch Präsidentin des Deutschen Pflegerates (DPR) ist. Nach Veröffentlichung des jüngsten Gutachtens des Sachverständigenrates
(SVR) zur Neuordnung der Aufgabenverteilung im Gesundheitswesen im Sommer 2007 hatten Kommentare aus der Ärzteschaft den Eindruck erweckt, die Profession Pflege verfolge die Absicht, künftig eine Art "Medizin light" betreiben zu wollen. "Dieser Eindruck ist falsch", stellte Bechtel klar. "Es geht uns keineswegs um eine Deprofessionalisierung des Arztberufes. Im Vordergrund steht vielmehr das Bemühen um eine optimale gesundheitliche Versorgung der Bürger und Bürgerinnen im ambulanten wie stationären Sektor unter völlig veränderten Rahmenbedingungen." Montgomery erklärte im Verlauf des Gespräches, dass sich die Bundesärztekammer auf dem "Deutschen Ärztetag" vom 20. bis 23. Mai in Ulm auch dem Thema Aufgabenzuschnitt im Gesundheitswesen widmen wolle. Er kritisierte, dass der Pflegerat bis dato noch keinen Vorschlag zur Überarbeitung des Kooperationspapiers zwischen Bundesärztekammer und Pflegeverbänden aus dem Jahr 1993 vorgelegt habe. "Hier hat die Pflegeseite noch einen Auftrag zu erfüllen", sagte Montgomery. Nach Angaben von Bechtel lässt sich der Inhalt des etwa einstündigen Gespräches, das "in angenehmer und konstruktiver Atmosphäre" stattgefunden habe, in folgenden Punkten zusammenfassen:
- Die Bundesärztekammer wird auf dem Ärztetag im Mai 2008 in Ulm Stellung zu der angestrebten Neuverteilung der Aufgaben im Gesundheitswesen
beziehen;
- Alle ärztlichen Vorbehaltstätigkeiten werden auch künftig klar und eindeutig im ärztlichen Verantwortungsbereich bleiben müssen;
- Die Pflege wird ihrerseits eigene Aufgabenfelder definieren und dies auf der Grundlage weiterentwickelter Bildungsprogramme absichern.
- Die Bundesärztekammer steht einem Berufsgesetz für die Profession Pflege grundsätzlich offen gegenüber. Hier werden entsprechende Vorschläge seitens der Pflege eingebracht;
- Aufgaben, die weder dem ärztlichen noch dem pflegerischen Bereich zugeordnet werden können, müssen entsprechend qualifizierten Bereichen zugeordnet werden;
- Die einzelnen Positionen von Vertretern der Pflege und der Medizin sollen Grundlage einer gemeinsamen Klausurtagung zwischen BÄK und Vertretern des DPR sein. Auf dieser Klausurtagung soll ein zukunftsweisendes Kooperationspapier in Sachen Aufgabenverteilung zwischen Ärzten und der Profession Pflege erarbeitet werden.
BALK-Vorsitzender Bechtel stellt fest. "Der DPR wird ein Positionspapier, basierend auf der kontroversen Diskussion der Fachöffentlichkeit, für die gemeinsame Klausurtagung vorbereiten. Die Voraussetzungen einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit sind im Interesse der Patientenversorgung gestiegen. Eines sollte dabei allen klar sein: Ein optimal funktionierendes Gesundheitswesen in Deutschland braucht kompetente Ärzte ebenso wie fachkundige Pflegekräfte. Beide Berufsgruppen sind wichtige Säulen der gesundheitlichen Versorgung von rund 80 Mio. Bundesbürgern."
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